Thomas Geisel in Stuttgart
Was Europa jetzt tun muss
Vortrag und Diskussion mit Thomas Geisel (MdEP) am 30. Januar in Stuttgart
Kriege, Krisen Aufrüstung – In seinem Vortrag am 30. Januar in der AWO Stuttgart beschäftigte sich der BSW-Europaabgeordnete Thomas Geisel mit der Frage, welche Schritte Europa gehen muss, um außenpolitisch, wirtschaftlich und sozial wieder ernstgenommen zu werden. Im Anschluss an Geisels Vortrag stand eine Diskussion mit interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch BSW-Spitzenkandidat Joachim Tabler stellte sich den Fragen aus dem Publikum.
Seinen Vortrag begann Thomas Geisel auf lockerem Schwäbisch, kam dann aber schnell zur Sache: Die Folgen der außer Kontrolle geratenen Aufrüstung bekommen die Bürgerinnen und Bürger in Europa immer deutlicher zu spüren – in Form von fortschreitender Deindustrialisierung, Inflation und wachsender sozialer Ungleichheit. Durch ideologiegetriebene und anmaßende Politik ist die einstige Vermittlerin Europa heute zu einer Randfigur in der geopolitischen Gemengelage geworden.
Geisel nannte beispielhaft das Verbrenner-Aus, das wirtschaftspolitisch ein „Desaster“ sei und dem Klima kaum Nutzen brachte. Aber auch die überbordende Bürokratie und ein um sich greifender Autoritarismus in Europa bereiten Geisel Sorge. Er zeigte auf, welche weitreichenden Folgen die verhängten Sanktionen gegen Einzelpersonen haben und dass diese ohne Frage gegen zentrale Grundrechte verstießen.
Geisel beließ es nicht bei einer bloßen Bestandsaufnahme. Er skizzierte Wege, wie die Stimme Europas in der Welt wieder mehr Gewicht erhält. Die Friedensfrage sei dabei zentral. Es sei kein Zufall, dass Europa bei den Friedensverhandlungen in der Ukraine keine Rolle spiele, sondern die Friedensbemühungen sogar aktiv unterwandere.
Das Verhältnis zu Russland sei dabei von besonderer Bedeutung. Selbst die USA haben hier eingelenkt – wenn auch aus eigennützigen Motiven. Geisel führte aus, dass Europa Gefahr liefe, zwischen den USA und Russland zerrieben zu werden, wenn es nicht wieder zu einer eigenständigen Politik zurückkehre.
Im Anschluss an den Impulsvortrag hatten die zahlreichen Gäste die Möglichkeit, mit Thomas Geisel selbst in den Dialog zu treten. Es entstand ein lebhafter Austausch, an dem sich auch Spitzenkandidat Joachim Tabler und Landtagskandidatin Sabine Frank (Listenplatz 5) beteiligten.