Sahra Wagenknecht in Stuttgart
Sahra kommt
BSW-Gründerin live in Stuttgart
Der Saal war voll: Am 2. März begeisterte Parteigründerin Sahra Wagenknecht rund 600 Interessierte in der Stuttgarter Liederhalle. Ihre Empfehlung an diesem Abend war unmissverständlich – echte Veränderung gibt es nur mit dem BSW. Auch Spitzenkandidat Joachim Tabler und die baden-württembergische Landesvorsitzende Jessica Tatti fanden großen Zuspruch beim Publikum. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Europaabgeordneten Thomas Geisel.
„Von wegen in Baden-Württemberg sei für das BSW nichts zu holen.“ In ihrer mitreißenden Rede am 2. März in der Stuttgarter Liederhalle lässt Parteigründerin Sahra Wagenknecht keinen Zweifel: Das BSW wird gebraucht – auch und gerade in Baden-Württemberg.
Ihren knapp 50-minütgen Vortrag beginnt sie dann aber doch mit einem außenpolitischen Thema: dem aktuellen Angriff auf den Iran durch die USA und Israel. Die Bombardierung des Golfstaats im Nahen Osten offenbare ein weiteres Mal die Doppelmoral der deutschen Bundesregierung. Immerhin weigere sich Bundeskanzler Merz beharrlich, diesen Angriff als völkerrechtswidrig zu verurteilen. Wagenknecht konstatierte, dass es aus Sicht des viel gerühmten Wertewestens offensichtlich gute und schlechte Bomben gäbe.
Sie wies darauf hin, dass solche kriegerischen Konflikte häufig Auswirkungen auf die Wirtschaft und Energiepreise im eigenen Land haben. Deutschland munitioniere viele dieser Kriege und verhänge völlig wirkungslose Sanktionen gegen wichtige Energielieferanten. Die normalen Bürgerinnen und Bürger zahlen den Preis für diese verfehlte Politik in Form von Stellenabbau und kaum bezahlbaren Sprit- und Wärmekosten. Der einst stolze Industriestandort Baden-Württemberg sei davon in besonderem Maße betroffen.
Auch mit der Mär vom aufgeblähten Sozialstaat räumte Wagenknecht an diesem Abend auf. Stattdessen seien soziale Leistungen und Daseinsvorsorge in den letzten Jahrzehnten Schritt für Schritt abgebaut worden. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf das deutsche Gesundheitssystem, das einerseits eines der teuersten, gleichzeitig aber eines der schlechtesten im europäischen Vergleich sei. Während die Kosten der Krankenversicherung durch die Decke gehen, müssen viele Menschen viel zu lange auf medizinische Versorgung warten. Ein solidarisches Finanzierungskonzept, an dem sich alle beteiligten, sei ein wichtiges Instrument, um diesen Missstand zu beheben.
Mit der Verteidigung der Meinungsfreiheit griff Wagenknecht ein weiteres ihrer Herzensanliegen auf. Neuerdings verhänge die EU selbst gegen Privatpersonen schwerwiegende Sanktionen, wenn sie unliebsame Meinungen vertreten. Der Entzug zentraler bürgerlicher Rechte von respektablen Persönlichkeiten wie Jacques Baud oder Hüseyin Doğru belege eindrucksvoll, wie weit der Konformitätsdruck im heutigen Europa mittlerweile gehe.
Sahra Wagenknecht war an diesem Abend nicht die einzige, die auf der Bühne stand. Gleich zu Beginn der Veranstaltung setzte das Jugendbündnis der Partei (JSW) ein eindeutiges Zeichen gegen Krieg und Wehrpflicht. Und auch Spitzenkandidat Joachim Tabler warb um Stimmen für das BSW. Ihm sei besonders wichtig, die baden-württembergische Wirtschaft wieder auf Erfolgskurs zu lenken und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Jessica Tatti schwor die Gäste indes darauf ein, was sie vom BSW in den Parlamenten zu erwarten haben: Wo immer die Partei die Möglichkeit habe, werde sie sich konsequent für die Einrichtung von Untersuchungsausschüssen, z. B zur Coronapolitik und der Sprengung von Nord Stream, einsetzen.
Die Rednerinnen und Redner des Abends gab es übrigens nicht nur aus der Ferne zu beobachten. Im Anschluss an Wagenknechts fulminanten Vortrag konnten die Gäste noch Selfies mit der BSW-Gründerin und dem Spitzenkandidaten machen.